Was hat KI mit Romantik zu tun?
KI gab's schon früher!

Was hat KI mit Romantik zu tun?

Künstliche Intelligenz bezieht sich auf Fakten, auch wenn sie als Ausgangsmaterial durchaus leicht verfälscht sein können oder die Schlüsse, die aufgrund einander  ähnelnden Eigenschaften gezogen werden, nicht unbedingt  schlüssig sein müssen: Dies wurde uns in der vergangenen  Ausgabe von »Moment Mal!« deutlich vor Augen geführt. Auf  jeden Fall schafft Künstliche Intelligenz fern von eigener  Fiktion praktisch anzuwendende Ergebnisse, die durchaus auch Arbeit in der Wissenschaft erleichtern können. Mancher mag einwenden, dass »Neuronale Netze« fantastische, gar  märchenhafte Bilddeutungen hervorgebracht haben, dass beispielsweise auf einem ursprünglich rein geometrischen Bild plötzlich Elfen und Einhörner erscheinen. Diese sind aber auf der Grundlage von durch Menschen geschaffenen Vorlagen entstanden und werden hier lediglich einprojiziert.

Wir Schlaraffen lieben aber die Fiktion und leben sogar in ihr, und die Dichtkunst der Romantik bedient sich ihrer in besonderem Maße. In diesem Sinne seien die herausragenden Dichter E.T.A. Hoffmann und Wilhelm Hauff genannt,  deren Werke einem eigenen Erfindungsreichtum entsprossen sind und so in keiner Weise von einer Künstlichen Intelligenz hätten verfasst werden können, es sei denn, dass  jemand Charaktere wie Coppelius, Spalanzani, Klein Zaches oder den kleinen Muck in eine Faktenbasis der »Realität« eingespeichert hätte. Die Romantik zeichnet sich zum einen durch einen ausgeprägten Bezug zur Natur aus, und weiterhin bereichert sie sich durch das Element des Wunderbaren, was beides gerade in den frühen Werken von Eichendorff deutlich sichtbar wird. Es handelt sich hier nicht um rational-kalte Konstrukte, sondern es wird der (teils erdachten) Welt eine ausgeprägte Beseeltheit eingehaucht. Dies kommt uns Schlaraffen sehr entgegen, und wir brauchen nicht zu fürchten, dass uns Künstliche Intelligenz unsere Spielrolle in  irgendeiner Weise streitig macht.

M.S.

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